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Baudokumentation in 360°: das ganze Gebäude in einem Rundgang

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Hamburg

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4 Min. Lesezeit

Mitarbeiter mit 360-Grad-Kamera am Helm während eines Rundgangs auf der Baustelle

Auf unseren Baustellen dokumentieren wir inzwischen anders, als man es aus dem Handwerk gewohnt ist: eine 360-Grad-Kamera auf dem Helm, ein einziger Rundgang – und das komplette Gebäude ist bildlich erfasst. Was zunächst nach Spielerei klingt, ist ein Arbeitsprozess, der Zeit spart und über die gesamte Bauzeit einen lückenlosen Verlauf schafft.

Baudokumentation gehört zu den Aufgaben, die selten jemand freiwillig übernimmt: hunderte Fotos, die hinterher beschriftet, sortiert und den richtigen Räumen zugeordnet werden müssen. Je größer das Projekt, desto schneller wird daraus eine unübersichtliche Sammlung – und desto größer die Lücke zwischen dem, was gebaut wurde, und dem, was am Ende sauber dokumentiert ist.

Einmal durch das Gebäude, ohne Stehenbleiben

Bei NASS läuft das heute anders. Auf dem Helm sitzt eine 360-Grad-Kamera, die Hände bleiben frei. Damit gehen wir einmal jeden Raum eines Gebäudes in einer Schlaufe ab – Etage für Etage. Während wir laufen, erfasst die Kamera die komplette Umgebung. Kein Zielen, kein einzelnes Foto, kein Stehenbleiben. Vergleichbar ist das am ehesten mit dem Prinzip von Google Street View: Statt einzelner Standbilder entsteht ein begehbarer Pfad durch das gesamte Gebäude.

Der eigentliche Trick ist aber nicht die Kamera, sondern das, was danach nicht mehr passieren muss. Nichts wird beschriftet, sortiert oder manuell zugeordnet. Die Software legt die Aufnahmen automatisch auf den digitalisierten Gebäudeplan. Im Inneren eines Rohbaus gibt es kein GPS, auf das man sich verlassen könnte; die Zuordnung passiert deshalb über das Bildmaterial selbst. Die Plattform erkennt die Umgebung, gleicht sie mit dem hinterlegten Grundriss ab und verortet den Rundgang, ohne dass wir Marker setzen. Jede Aufnahme trägt zusätzlich einen Zeitstempel. Ein Klick auf den Grundriss genügt, und die entsprechende Stelle lässt sich in 4K und 360 Grad noch einmal ansehen. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Ordner voller Bilder und einer Dokumentation, mit der man arbeiten kann.

Was hinter Putz und Decke verschwindet

Der eigentliche Mehrwert entsteht über die Zeit. Wer regelmäßig dokumentiert, baut Schritt für Schritt einen nachvollziehbaren Verlauf des gesamten Projekts auf – jederzeit abrufbar, unabhängig vom Baufortschritt. Was später hinter Putz, Estrich oder abgehängter Decke verschwindet, bleibt sichtbar und belegbar.

Für unser Gewerk ist das besonders relevant, weil ein großer Teil unserer Leistung im Bauwerk verschwindet: Leerrohre, Kabeltrassen, Dosen, Durchbrüche, Leitungen. Nicht nur die sichtbare Technik, sondern auch der Weg dorthin wird dokumentiert. Genau dies ist es, wonach Monate später gefragt wird: bei einer Umnutzung, bei einer Erweiterung, bei einer Störungssuche, bei der Frage, was an einer bestimmten Stelle in der Wand liegt. Ein Rundgang aus der Rohbauphase beantwortet solche Fragen in Minuten anstatt durch kostenintensive Öffnungen.

Unter Strom. Für Innovation.